Die 90er - erste Tieferlegung und neue Felgen

Im Jahre 1994 began für mich das automobile Zeitalter mit dem Bestehen des Führerscheins. Die erste Ausrüstung bestand aus einem 55 PS Ford Fiesta, aber bereits 5 Monate später sprachen sich meine Mutter und ich für ein neues, gemeinsames, Auto aus. Wir entschieden uns für einen Golf 3 GT Special, 90 PS. Im November 1994 fanden wir ein Halbjahresfahrzeug zu einem relativ günstigen Preis. Ein Jahr nach dem Erwerb des Golfs kaufte ich bei ATU einen Satz 40mm Tieferlegungsfedern für die Original-Stossdämpfer. Damit war man 1995 so ziemlich der Einzige mit einem tiefergelegten Golf 3. 1996 wurde ein Komplett-Fahrwerk montiert. Ich kaufte bei Parisi in Frankental für die vordere Achse ein Koni Schraubfahrwerk und für die hintere Achse ein nutenverstellbares Konifahrwerk gelb. Mit dem Fahrwerk wurde auch eine neue Bremsanlage in das Fahrzeug eingebaut. 5-Loch Befestigungen waren 1996 noch relativ neu und die Vielzahl der Felgen wurden noch in 4-Loch Ausführung angeboten. Ich entschied mich vorne für eine 4-Loch Anlage vom Golf 2 G60. Hinten verfügte der Golf bereits über serienmässige Scheibenbremsen. Lange bevor ich sie letztendlich erwarb, habe ich mir Gedanken zu meinen Felgen gemacht. In einer VW Speed wurde ich schließlich fündig: ich entdeckte einen eisblauen Käfer mit 8.5 x 15 Felgen von BBS mit 195/45 Reifen. Kurz danach las ich, dass JE Design Felgen vom Typ OZ Turbo in 8.5 x 15 mit rundum 195/45 Reifen mit einem TÜV-Gutachten verkauften. Diese bekam ich 1997 zum Abitur geschenkt. Allerdings schränkte dies die zukünftige Motorauswahl ein, da die Reifen nur bis zu einer bestimmten Traglast zugelassen waren. Ein Golf VR6 schied also als Motorvariante aus.
 

Ein neuer Motor: GTI 16V

Während ich bei der Bundeswehr meinen Dienst leistete, gab ich den Wagen zu einem Tuner im Ruhrpott. Es wurde ein 2l 16V Motor vom Golf 3 eingebaut. Dem GTI 16V Motor fehlte leider das originale Steuergerät. Ich musste mich zwischen einem Nachkauf des Steuergeräts bei VW und dem Kauf eines alternativen Steuergeräts entscheiden. Um für zukünftige Leistungssteigerungen gerüstet zu sein, entschied ich mich für ein programmierbares Steuergerät. Nach einer etwas zu langen Wartezeit, konnte ich das Auto endlich abholen. 2002 wurde die Heckklappe gecleant. Danach verlegten wir das Nummernschild in die Stossstange und verschlossen die Heckklappe mit einer Platte, die verzinnt wurde.
 

Überarbeitung des GTI 16V

Im Mai 2005 wurde das Auto erneut zum Tuner gestellt. Nun sollten endlich der Motor überholt werden. Die komplette Motorüberholung dauerte wieder länger als befürchtet. Der ganze Motor wurde rundum überholt und der Block von Grund auf neu aufgebaut. Ebenso der Zylinderkopf. Sicherlich wäre mit einem Turbo mehr drin gewesen, aber der Motor hängt einwandfrei am Gas und reagiert derart spontan auf die Gasannahme, dass kein Turbo hinterher kommt. 7200 U/min machen auch herlich Spass und man kann gerade im Gebirge (hier Odenwald) dem Auto seinen freien Lauf lassen. Aufgrund von einige Fahrzeuge mit extremen Turbomotoren kam es beim TÜV Hessen zu einem Skandal. Fahrzeuge, die durch eine bestimmte Firma oder von einem bestimmten Gutachter abgenommen wurden, verloren ihre Eintragungen. Das hat leider auch mein Fahrzeug betroffen. Es waren eine Heidenarbeit, nach 10 Jahren wieder Firmen zu finden, die die ursprünglichen Gutachten hatten, damit ich meinen Motor wieder eintragen lassen konnte. Es stellte sich heraus, dass ich die Felgen oder besser gesagt die Reifen nicht mehr eingetragen bekomme. In 5 Jahren kommt nur noch eine Originalmaschine von VW in diesen Wagen!

Auch deswegen habe ich mich auf die Suche nach einer neuen Rad-/Reifenkombination machen müssen. Sehr geholfen hat mir dabei die Webseite Tyrestrech, auf der ich einen ersten Eindruck der Kombinationen bekommen konnte. Nach unzähligen Gesprächen und E-Mails mit Reifenherstellern und Felgenanbietern habe ich mich für die Kombination 9 x 16 von DZ Exclusive mit 215/35 entschieden.
 

Motorschaden und Instandsetzung

Einen Tag, bevor ich das Auto zum TÜV brachte, um die Rad/Reifen-Kombination eintragen zu lassen, fiel der Motor plötzlich in der Mannheimer Innenstadt aus. Erneut brachte ich das Auto, diesmal auf einem Hänger in die Werkstatt für eine nähere Diagnose. Es stellte sich heraus, dass der Riemenantrieb für die Klimaanlage gerissen war. Beim Riss schlug der Riemen so unglücklich in das Plastik, dass eigentlich den Zahnriemen schützen sollte, ein, dass der Zahnriemen blockiert wurde und riss. Sofort war die Synchronisation der Kolben und Ventile ausser Kraft gesetzt und eine Nockenwelle brach. Während der Wiederherstellung des Motors kamen nicht mehr die gleichen Teile zum Einsatz. Damit stehen nunmehr weniger PS zur Verfügung als vor dem Motorschaden.