Frei programmierbare Einspritzanlage

Mein Golf hat anstelle eines normalen Motorsteuergerätes eine frei programmierbare Haltech F9A Einspritzanlage. Wie die meisten programmierbaren Einspritzanlagen ist auch diese Haltech eine Alpha-N Anlage. Die Zusammensetzung des Begriffs Alpha-N oder Alpha/N bezieht sich auf die Menge des einzuspritzenden Benzins, die aus dem Winkel der Drosselklappe (Alpha) und der Drehzahl (N) berechnet wird. Je höher die Drehzahl und je weiter die Drosselklappe geöffnet ist, desto mehr Luft saugt der Motor an. Desweiteren wird die Einspritzmenge noch durch andere Parameter korrigiert. Dazu gehören u.a. Lufttemperatur, Wassertemperatur, Öltemperatur, Lambda und sogar die Batteriespannung.

Abgelegt wird die Einspritzmenge in sogenannten Bänken. Im Falle der Haltech Software sind die Bänke in Drehzahlblöcke unterteilt. Das heisst, das erste Bild bezieht sich auf die Drehzahl bei 0 (Standgas). Das zweite Bild bei 1000 usw. Die Y Achse in den Bildern sagt, wie lange eingespritzt werden muss. Die X Achse unterteilt die Bilder nochmal in die Drosselklappenstellung. Wenn der Motor jetzt bei 25% Gas 1250 Umdrehungen macht, wird zu 75% das erste Bild (1000 Umdrehungen) und zu 25% das zweite Bild (2000 Umdrehungen) genommen. Jetzt wird von Links nach Rechts geschaut, welcher Balken 25% oder 22.5° Winkelstellung (ca. 90°/0.25 = 22.5°) entspricht. Die Höhe des Balkens legt die Einspritzdauer und damit die Benzinmenge fest.

In Serienautos wird eine andere Technik benutzt. Mit Hilfe der Lambdasonde und eines Luftmassenmessers wird berechnet, wieviel Benzin der Motor braucht. Dabei gibt es auch in normalen Steuergeräten Benzinbänke. Diese werden durch die errechnete Luftmasse und den Lambdawert korrigiert. Dies kann aber nur in einem begrenzten Masse geschehen. Die Berechnung ist auch sehr träge, weshalb Alpha/N Anlagen bessere Ansprechzeiten haben.

Vor der ersten Inbetriebnahme und bei leistungsändernden Massnahmen am Motor muss die Einspritzanlage an den Motor angepasst werden. Sie ist durch das Fehlen von Luftmengen-/Luftmassenmessern nicht in der Lage, diese Änderungen und damit den Bedarf an Luft/Benzin selber festzustellen. Abstimmungsläufe sind sehr kostenintensiv. Die Programmierung auf dem Prüfstand kostet ca. € 350,- pro Lauf.